Klangschale

Klanginstrument, das durch Anschlagen oder Reiben in Schwingung versetzt wird und Töne erzeugt

KlangschaleDie Klangschale (engl. „Singing Bowl“) ist ein halbkugelförmiges Musik- bzw. Klanginstrument, das unter anderem zur Klangmassage, Meditation und Klangtherapie verwendet wird.

Eine Klangschale wird mit einem Klöppel bzw. Schlägel angeschlagen oder gerieben und in Schwingung versetzt. Die sanften Vibrationen und Klänge sollen Körper, Geist und Seele erreichen können. Zumeist bestehen Klangschalen aus Metall, sie werden aber auch aus anderen Materialien wie Kristall oder Quarz gefertigt.

Klangschale ist nicht gleich Klangschale

Eine Klangschale ist zumeist halbkugelförmig, wobei die exakte Form je nach Klangschalen-Art variiert. Es gibt Klagschalen mit sehr runden und hohen Seitenkanten, aber auch solche, die über eine sehr flache, fast schon gongartige Form verfügen.

Durchmesser und Randstärke

Tibetische UniversalschaleJe nach Bauart und Größe einer Klangschale beträgt ihr Durchmesser zwischen 10 und über 50 Zentimeter. Der Rand ist gewöhnlich zwischen 0,5 und 5 Millimeter dick. Die Stärke des Randes prägt den Klang einer Schale ganz besonders. Ein dicker Rand erzeugt hohe Klänge, ein dünner Rand eher tiefe Töne. Auch die Größe spielt eine Rolle. Hier gilt: Je kleiner die Schale, desto höher ist ihr Ton.

Gewicht

Klangschalen variieren enorm in ihrer Beschaffenheit. Dementsprechend gestaltet sich auch das Gewicht höchst unterschiedlich. Klangschalen können zwischen 200 Gramm bis zu mehr als 5 Kilogramm wiegen. Die meisten gängigen Klangschalen haben jedoch ein Gewicht von etwa 2 Kilogramm.

Material

KristallklangschalenZwar gibt es auch Klangschalen aus Kristall (sogenannte Kristallklangschalen) oder Quarz, die meisten Klangschalen werden jedoch aus Metall hergestellt. Traditionell kommt hierbei eine Legierung aus Kupfer und Zinn (Bronze) zum Einsatz. Viele Klangschalen werden auch aus einer Legierung aus Kupfer und Zink (Messing) gefertigt. Darüber hinaus können in Klangschalen diverse Begleitmetalle enthalten sein (z.B. Eisen, Blei, Spuren von Silber, Gold, Tellur), wobei alte Klangschalen meist wesentlich mehr Begleitmetalle enthalten als neuere. Denn: Heute verläuft die Raffinierung sauberer.

Über die Zusammensetzung der Metalle wird viel geschrieben, interpretiert und angepriesen. Dahinter verbergen sich aus wissenschaftlicher Betrachtungsweise lediglich Marketingstrategien. Denn sachlogisch ist nicht klar, warum der Klang einer goldenen (bzw. golden aussehenden) Klangschale prinzipiell besser sein soll als der von einer Klangschale aus unterschiedlichen Metallen.

Auch das Alter der Klangschale verbessert ihren Klang nicht, wie es zum Beispiel bei vielen Weinen der Fall ist. Gerne wird die Bezeichnung Antike Klangschale verwendet, um eine höhere Marge erzielen zu können. Einen sachlogischen Grund dafür, dass eine (vermeintlich) nach antiken Verfahren hergestellte Klangschale eine höhere Qualität für die Klangmassage haben soll, gibt es nicht.

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Verschiedene Herstellungsverfahren

Gegossene KlangschaleZur Herstellung einer Klangschale wird das Metall oder Metallgemisch geschmolzen. Der so entstehende flache, runde Metall-Rohling wird mit Hilfe hoher Temperaturen in die gewünschte Klangschalen-Form gebracht. Hierzu gibt es zwei unterschiedliche Verfahren: Eine Klangschale kann gehämmert oder gegossen werden. Während gehämmerte Klangschalen per Hand geformt werden, erfolgt die Produktion von Guss-Klangschalen maschinell.

Unterschiede zwischen gegossenen und gehämmerten Klangschalen

Eine gegossene Klangschale ist meist dicker als eine gehämmerte. Sie erzeugt beim Anschlagen weniger Vibrationen als eine dünnere, gehämmerte Klangschale. Gegossene Klangschalen haben einen hohen Klang. Gehämmerte Klangschalen klingen etwas tiefer, aber vielschichtiger. (2) Auch die Klangdauer variiert. Eine Guss-Klangschale hallt weniger lang nach als eine gehämmerte.

Gehämmerte Klangschalen finden aufgrund ihrer tieferen und länger anhaltenden Klänge bei Klangmassagen Verwendung, da sie zur Entspannung beitragen können. Gegossene Klangschalen sind durch ihre höheren und kürzeren Klänge eher als eine Art „Signalton“ beliebt und kommen etwa als Abschluss einer (Klang)Meditationssitzung zum Einsatz.

Tipp: Weitere Informationen über die unterschiedlichen Herstellungsverfahren findest du in unserem Artikel „Gegossene Klangschale: Vorteile, Einsatzbereiche und hilfreiche Tipps für den Kauf“.

Nach der Herstellung werden die Klangschalen poliert. Oft werden sie auch noch kunstvoll verziert.

Zwei Spielweisen: Anschlagen und Reiben

Anschlagen einer KlangschaleEs gibt grundsätzlich zwei Spielweisen von Klangschalen. Bei der Klangmassage wird vor allem angeschlagen. Für meditative Zwecke und langanhaltende Töne reibt der Klangmasseur mit einem harten Klöppel bzw. Schlägel um den Rand der Klangschale herum – ähnlich wie mit dem Finger um ein Weinglas.

Ein Schlägel bzw. Klöppel kann aus Holz oder Plastik sein. An einem Ende ist er zumeist mit Filz bezogen. Alternativ werden auch Bezüge aus Stoff, Gummi oder Leder verwendet.

Bezeichnungen von Klangschalen im Handel

Klangschalen - Herzschale und KopfschaleDie in Europa angebotenen Klangschalen kommen häufig aus Indien, Nepal und Tibet. Entsprechend der Herkunft oder der traditionellen Bauweise werden sie als Tibetische Klangschalen, Himalaya-Klangschalen, Indische und Nepalesische Klangschalen bezeichnet.

Neben der Herkunft geben die unterschiedlichen Namen, die sich im Handel für Klangschalen etabliert haben, Auskunft über die verwendeten Materialien, die Bauweise oder den Ton, den sie erzeugen. Im Folgenden werden einige gängige Bezeichnungen kurz vorgestellt.

Tibetanische Klangschalen

Wie bereits erwähnt, werden Klangschalen häufig nach dem Land benannt, in welchem sie in Handarbeit oder in einem Gussverfahren hergestellt werden. Das ist bei Tibetischen bzw. Tibetanischen Klangschalen oft anders. Zwar gilt Tibet als Ursprungsland dieser Klangschalen, gefertigt werden sie aber aufgrund der politischen Situation gegenwärtig in Nepal oder in Indien. Da dabei oft die traditionelle Herstellungsweise wie in Tibet verwendet wird, tragen Tibetische Klangschalen ihren Namen dennoch zu Recht.

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Indische Klangschalen

Indische Klangschalen werden häufig nach dem Bundesstaat bezeichnet, aus dem sie kommen. Sie unterscheiden sich zudem in ihrer Bauart und Form voneinander:

  • Orissa-Klangschalen“ werden im nord-östlich gelegenen indischen Bundesstaat Orissa handgefertigt. Sie haben eine gerade Form und sind in verschiedenen Größen und Gewichtsklassen (bis maximal 1800 Gramm) erhältlich. Orissa-Klangschalen mit einem höheren Gewicht besitzen eine dickere Wandstärke. Der Ton dieser Klangschalen ist glockenartig und stehend, allerdings nicht sehr stark raumfüllend.
  • Assam-Klangschalen“ stellt man im indischen Bundesstaat Assam nur in kleinen Größen bis maximal 800 Gramm her. Sie sind flach und weit ausladend gearbeitet, wodurch sie einen weitläufigen und raumfüllenden Klang entfalten.
  • Bihar-Klangschalen“ haben oben einen leicht nach innen gezogenen Rand und eine kleine Wölbung am Schalenboden. Weil sie dünnwandig gebaut sind, wiegen sie nicht mehr als 700 bis 800 Gramm, aber sie schwingen besser als andere gleichwertige Klangschalen. Der Ton ist glockenartig und beginnt leicht zu surren, wenn man die Schale nicht sanft genug anschlägt.

Chinesische und Japanische Klangschalen

Japanische KlangschaleKlangschalen aus China werden wegen ihres Klanges oft als „Chinesische Tempelglocken“ bezeichnet. Ihr obiger Rand ist dicker gearbeitet, ansonsten sind sie dünnwandig. Die Form der Klangschalen, ebenso ihr Zubehör wie Klöppel und Kissen sind mit einer harmonischen Optik gestaltet. Sie entfalten einen weichen und warmen Ton, der anhaltend im Raum nachklingt.

Auch die Japanischen Klangschalen vereinen optisch höchste Ästhetik und Formvollendung mit einer ausgezeichneten Klangqualität. Seit vielen Jahrhunderten stellt man diese Klangschalen, bei denen eine besonders geheim gehaltene Messinglegierung verwendet wird, in Handarbeit in kleinen Werkstätten her. Je größer sie gefertigt sind, desto tiefer wird ihr Klang. Sie sind dickwandiger und schwerer und können, wenn sie besonders groß sind, einen tiefen, vollen und langanhaltenden Ton entfalten, der eindrucksvoll im Raum stehen bleibt.

Planetenklangschalen und Chakren-Klangschalen

Chakra-KlangschaleBei Planetenklangschalen werden die vorher mathematisch ermittelten Planetenfrequenzen den Tönen der Klangschalen zugeordnet. Man benennt sie entsprechend dieser Berechnung nach den jeweiligen Planeten zum Beispiel als „Mondton-Klangschale“, „Erdton-Klangschale“, „Merkur-Klangschale“ oder auch „Biorhythmus-Klangschale“. Diese Klangschalen sind gut geeignet für die Klangmassage-Therapie, ebenso wie die Chakra-Klangschale.

Peter Hess-Therapieklangschalen

Zu diesen speziell für die Klangmassage-Therapie hergestellten Klangschalen gehören die Klangschalen für den oberen Körperbereich (flache und bauchige Kopfschale, große und kleine Herzschale) und für den unteren Körperbereich (kleine und große Beckenschale). Die Universalschale entfaltet ihr gesamtes Klangvolumen, wenn sie mit verschiedenen Klöppeln angeschlagen wird. Sie kann bei der Therapiearbeit auf verschiedenen Körperregionen zur Anwendung kommen.

In extra große spezielle Fußschalen kann man sich bei der Klangmassage sogar hineinstellen und den ganzen Körper vom Klang durchströmen lassen. Das ist vor allem für Kinder ein spannendes Erlebnis. Für solche spielerischen Klangerfahrungen kommen vor allem die Bengali-Klangschalen von Peter Hess zum Einsatz.

Tipp: Es gibt zahlreiche weitere Klangschalen, die wir an dieser Stelle nicht alle aufzählen können. Weitergehende Informationen findest du in unserem Gesamtüberblick über die verschiedenen Klangschalen-Arten.

Ursprung der Klangschalen

Geschichte und Bedeutung der KlangschaleÜber den Ursprung von Klangschalen ist wenig bekannt. Es wird vermutet, dass sich Klangschalen aus Alltagsgegenständen entwickelten. Im fernen Osten (z.B. Tibet, Nepal, Indien, China und Japan) sollen sie zunächst als traditionelles Küchengeschirr verwendet worden sein. Später dienten sie als Signalgeber, etwa zum „Einläuten“ und Beenden von Meditationen.

Auch in der Medizin fanden Klangschalen Verwendung. Noch im Mittelalter gehörte die Idee der Heilung durch Klänge und Musik zu den festen Glaubenssätzen. Damals war eine Musikausbildung Bestandteil des Studiums eines Arztes. Ob Klangschalen auch bei buddhistischen Ritualen eine Rolle gespielt haben, konnte indessen bisher nicht nachgewiesen werden (1). Man nimmt jedoch an, dass sie in Klöstern auch als Opfergefäße gedient haben könnten.

Ende der 1960er Jahre sollen Klangschalen mit der Hippie-Bewegung Einzug in die westliche Kultur erhalten haben. Menschen dieser Bewegung waren auf der Suche nach bewusstseinserweiternden Erfahrungen. Die tiefen Klänge einer Klangschale, die Körper und Seele gleichermaßen berührten und einen tranceähnlichen Zustand ermöglichten, faszinierten sie. Die „singenden Schalen“ verbreiteten sich in der Hippie-Szene und somit auch in der westlichen Kultur.

Tipp: Weitergehende Informationen findest du in unserem ausführlichen Beitrag zur Geschichte und Bedeutung der Klangschale.

Heutige Einsatzbereiche von Klangschalen

Klangschalen finden in vielen verschiedenen Bereichen Verwendung. In erster Linie kommen sie

zum Einsatz. Klangschalen dienen somit spirituellen und therapeutischen Zwecken. Auch wenn die Wirkung wissenschaftlich nicht belegt ist, sollen Klangschalen positiv auf das subjektive Wohlempfinden einwirken können.

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Klangschalen als Entspannungsmethode

Klangschalen sind unter anderem in der Schwangerschaft gern genutzte Instrumente, um schwangeren Frauen Entspannung zu ermöglichen – sei es im Rahmen einer direkten Anwendung oder im Rahmen einer geführten Meditation mit Klangschalen. Klangschalen kommen außerdem im Hospiz zum Einsatz, um eine ruhige und friedliche Atmosphäre zu schaffen und den Patienten Entspannung zu ermöglichen.

Klangschalen in der Pädagogik

Klangschalenarbeit mit Kindern im KindergartenNicht nur Erwachsene sollen von den Klängen einer Klangschale profitieren können. Auch Kindern sollen die harmonischen Klangschalentöne entspannende Auszeiten ermöglichen. Daher nimmt auch die Klangschalenarbeit mit Kindern stetig zu.

Unter anderem finden Klangschalen in Kindergärten im Rahmen von Klanggeschichten oder zum Einläuten und Beenden des Kita-Tages Verwendung. Generell sind Klangschalen in der Pädagogik ein immer beliebter werdendes Instrument, das der Stärkung des Gruppengefühls und dem Stressabbau dienen soll. Aus diesem Grund integrieren auch immer mehr Schulen Klangschalen in den Schulalltag.

Weitere Einsatzbereiche

Klangschalen werden zudem im Feng-Shui eingesetzt sowie als Percussion-Instrument im Orchester oder in der Ethnomusik. Weiterhin liegt es im Trend, Klangschalen zum Einschlafen zu nutzen.

Tipp: Wenn du dir eine Klangschale zulegen möchtest, nutze unsere Kaufberatung oder informiere dich in unserem Artikel „So finden Sie als Anfänger die beste Klangschale“ darüber, welche Klangschale für deine Zwecke die Passende ist.


Quellenverzeichnis

  1. Colin Goldner: Die Psycho-Szene, Alibri Verlag, 2000, S. 505.
  2. Schimpl, Silke: Qualität einer Klangschale erkennen, https://www.youtube.com/watch?v=PUsgIcbDLiM, abgerufen am 19.04.2024.

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