Abhyanga: Ayurvedische Ganzkörpermassage mit reichlich Öl

Abhyanga
Abhyanga ist die ayurvedische Ganzkörpermassage

Die Abhyanga ist eine ayurvedische Ganzkörpermassage mit reichlich Öl. Sie zeichnet sich durch anregende und gleichmäßige Streichungen des ganzen Körpers aus. Übersetzt wird der Begriff mit „Einölung, Salbung oder Massage“.

Die Abhyanga ist eine Ölmassage und gilt in Deutschland bzw. anderen westlichen Ländern als präventive Wellness-Massage zur Steigerung des Wohlbefindens. Im Ursprungsland Indien und in Sri Lanka wird sie außerdem häufig im Zuge einer Ayurvedakur oder einer Panchakarma durchgeführt.

Nach ayurvedischen Quellen kann eine regelmäßige Abhyangamassage das Gewebe kräftigen, der Alterung vorbeugen und das Nervensystem stärken. (1)

Im Gegensatz zu anderen Ayurvedamassagen wird bei dieser Massage überwiegend mit erwärmten Basisölen wie Sesamöl, Mandelöl oder Senföl, anstatt mit Kräuteröl massiert.

Ursprung

Die Abhyanga ist eine Massageanwendung aus dem Ayurveda. Sie stammt somit aus Indien, wobei ihre Entstehung nicht mehr genau nachvollzogen werden kann. Die Massage wird bereits in diversen Sanskritschriften und Ayurveda-Lehrbüchern erwähnt und beschrieben.

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Die Abhyanga ist mindestens seit rund 1.500 Jahren bekannt. Sie wurde bereits im Ashtanga Hridaya erwähnt. Diese Sanskritschrift ist etwa im 6. Jahrhundert entstand. (2)

Die Ashtanga und spätere Werke wurden mit der Zeit erst ins Arabische und später auch in andere Sprachen übersetzt. So gelang das Wissen der Abhyanga und des Ayurveda in viele unterschiedliche Kulturen.

Ayurvedamassagen werden noch heute in Indien und Sri Lanka im Rahmen von Ayurvedakuren angeboten. Mittlerweile sind sie aber auch in den USA, England, Deutschland und weiteren europäischen Ländern überwiegend als Wellnessmassagen bekannt.

Formen der Abhyangamassage

Padabhyanga
Padabhyanga ist die ayurvedische Fußmassage

Grundsätzlich kann die Abhyanga in zwei Formen unterschieden werden. Die klassische Abhyanga mit nur einem Masseur und die Synchronabhyanga mit zwei Masseuren. In Indien und Sri Lanka ist die Synchronmassage üblich, während hierzulande meist nur ein Masseur tätig ist.

Die Abhyanga ist eine Ganzkörpermassage, welche jeden Teilbereich des Körpers gründlich behandelt. So können ihr auch folgende Massage-Unterarten zugeschrieben werden.

Udarabhyanga
Udarabhyanga mit einer Hand

Im Ayurveda gelten diese Teilmassagen auch als eigenständige Massagearten. So werden sie während der Abhyanga meist in angepasster Form durchgeführt.

Eine weitere abgewandelte Form der Abhyangamassage ist die Kumara Abhyanga, eine Form der Babymassage mit reichlich Öl.

Wirkung

Der Ayurveda spricht der Abhyanga etliche positive Eigenschaften zu. So kann sie der Überlieferung nach (1)

  • den Sehsinn stärken
  • das Nervensystem stärken
  • die Organfunktion anregen
  • den Alterungsprozess verlangsamen
  • den Körper und das Gewebe nähren
  • die Haut widerstandsfähiger machen

Die allgemeinen Wirkungen einer Ölmassage können noch hinzukommen.

Ablauf einer klassischen Abhyanga

Die Abhyanga ist in der Regel eine sehr entspannende und angenehme Ölmassage. Charakteristisch sind lange Streichungen über Haut und Muskeln, sowie kreisende Streichungen um die Gelenke.

Je nach Konstitutionstyp werden verschiedene Massageöle verwendet. Dazu wird ein Basisöl wie beispielsweise Sesamöl mit unterschiedlichen Kräutern versetzt. Es kann aber auch z. B. Kokosöl für Pitta oder Senföl für Kapha verwendet werden.

Der Massageempfänger wird meist in Rückenlage und in Bauchlage beispielsweise auf einer Ayurveda-Massageliege oder einer ölresistenten Massageunterlage massiert.

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Der Masseur beginnt häufig mit der rechten Körperhälfte, welche zunächst vollständig eingeölt wird. Dann erfolgt die Massage des Arms, der Brust (oder des Rückens), der Hüfte, der Beine und der Füße.

Anschließend ist die linke Körperhälfte an der Reihe, bevor sich der Massageempfänger auf die andere Körperseite legt und die Massage erneut mit der rechten Körperseite beginnt.

Kontraindikationen

Eine Abhyanga kann sich negativ auswirken, wenn sie durchgeführt wird bei (1)

  • Fieber
  • Völlegefühl
  • Entzündungen
  • Krebs oder Leukämie
  • während der Menstruation
  • während der ersten Schwangerschaftsmonate

Krampfadern, Wunden und Verbrennungen werden ebenfalls nicht direkt massiert. (1)


Quellenverzeichnis

  1. Neuhäusser, Natalie (2006): Ayurvedische Massagen – Handbuch der Öl- und Massageanwendungen des Ayurveda, Lumière Verlag, Waiblingen, S. 125ff.
  2. Wikipedia.org: Ashtanga Hridaya, abgerufen am 24. November 2012.
MZ

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