Hygiene: Geschichte der Hygiene, Definition und Dimensionen

Das aus dem Griechischen stammende Wort Hygiene bezeichnet eine umfassende Gesundheitslehre und -praxis. Ihr Ziel ist es, Infektionskrankheiten durch Reinigung, Desinfektion und Sterilisation zu vermeiden. Dadurch eine Verbesserung ihrer Gesundheit soll die Leistungsfähigkeit von Menschen gestärkt werden.

Bereits in der Antike wussten die Menschen um den Zusammenhang von Hygiene und Gesundheit. Die wissenschaftlichen Hintergründe dieses Zusammenhangs erkannten Mediziner im 19. Jahrhundert. Heute sind hohe hygienische Standards in vielen Lebensbereichen selbstverständlich.

Die Geschichte der Hygiene – von den antiken Wurzeln zur modernen Wissenschaft

Schon im Altertum existierte in einigen europäischen Kulturen ein hoher Hygiene-Standard. Manche medizinische Experten im antiken Rom vermuteten, dass viele Krankheiten durch Mikroorganismen verursacht werden. Die Ausbreitung von Krankheiten wurde schon im Altertum durch Quarantäne-Maßnahmen eingedämmt.

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Durch den deutschen Chemiker Max von Pettenkofer wurde die Hygiene im späten 19. Jahrhundert wissenschaftlich begründet. Pettenkofer erforschte die Ursachen für die Ausbreitung von lebensbedrohlichen Infektionskrankheiten wie Cholera. Er regte in München den Bau einer Kanalisation an.

Wichtige Beiträge zur weiteren Erforschung leisteten im 19. Jahrhundert auch die Mediziner Robert Koch und Rudolf Virchow.

Private und öffentliche Hygiene

Öffentliche Hygiene: Leitbild für die Entwicklung von einem öffentlichen GesundheitswesenNachdem sie als Teil oder Voraussetzung der medizinischen Versorgung anerkannt war, entwickelten sich zwei unterschiedliche Bedeutungen des Begriffs:

  • zum einen die private Hygiene der einzelnen Menschen, gleichbedeutend mit einem sauberen, reinlichen Lebensstil,
  • zum anderen die öffentliche Hygiene.

Letztere wurde in den industrialisierten Staaten überall auf der Welt zum Leitbild für die Entwicklung eines öffentlichen Gesundheitswesen, das alle Maßnahmen der Gesunderhaltung von Menschen umfasst. Dazu gehören unter anderem die Versorgung der Menschen mit Nahrung und sauberem Trinkwasser und die Entsorgung von Exkrementen und Abfällen. Aber auch die hygienische Situation in Arztpraxen, Kranken- und Geburtshäusern.

Hygiene und Gesundheit

Nach einer Definition der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie bezeichnet der Begriff heute die Lehre von der Verhütung der Krankheiten und der Erhaltung und Festigung der Gesundheit.

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Ein wichtiges Element ist Sauberkeit als Voraussetzung für Gesundheit. Dieser Zusammenhang wurde sehr stark ins öffentliche Bewusstsein gerückt, als gesundheitspolitische Institutionen häufiges Händewaschen gegen eine Ausbreitung der Schweinegrippe (vor allem 2009) empfohlen.

Hygiene bezeichnet eine umfassende Gesundheitslehre und -praxisEine synonyme Verwendung von Hygiene und Sauberkeit, die heute im allgemeinen Sprachgebrauch häufig vorkommt, wird dem komplexen Gegenstand der Hygiene allerdings nicht gerecht.

Aktuelle Dimensionen von Hygiene

Neben der individuellen Hygiene und der öffentlichen Gesundheit wird der Begriff heute auch in vielen anderen Zusammenhängen verwendet:

  • Die moderne Lebensmittelhygiene definiert teilweise mit internationaler Gültigkeit bestimmte Standards für die Herstellung von Nahrungsmitteln.
  • Beziehungshygiene bezeichnet das faire Umgehen miteinander in einer Partnerschaft.
  • Psychohygiene beschreibt einen mentalen Reinigungs- oder Gesundungsprozess, bezogen auf Individuen oder soziale Gruppen.

Übertriebene Hygiene – Risiken und Nebenwirkungen

In der Bewertung von Maßnahmen, die auf eine Verbesserung der Hygiene abzielen, gibt es in der Forschung seit einiger Zeit eine Trendwende.

Die Vernichtung von Keimen wurde viele Jahre lang als Ziel von Hygienemaßnahmen uneingeschränkt befürwortet. Inzwischen deuten viele Studien darauf hin, dass eine übertriebene Hygiene die Entwicklung von allergischen Erkrankungen verursachen kann.

Wenn der menschliche Organismus in der frühen Kindheit mit wenig Keimen in Berührung kommt, so kann das offenbar dazu führen, dass das Immunsystem später auf viele Stoffe stark reagiert, die für den Körper eigentlich keine Gefahr bedeuten, etwa Staub, Pollen oder Tierhaare.

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