Shiroabhyanga: Ayurvedische Kopfmassage mit Öl

ShiroabhyangaDie Shiroabhyanga ist eine ayurvedische Kopfmassage mit Öl. In der Therapie kann diese Teilmassage diverse Störungen der Sinne im Kopfbereich behandeln. Die Shiroabhyanga ist ein typischer Bestandteil der Abhyanga, einer ganzkörperlichen Ölmassage als Therapieform.

Für die Shiroabhyanga werden spezielle Pflanzenöle entsprechend dem Konstitutionstyp nach ayurvedischen Kriterien genutzt. Die Massage kommt bei Beschwerden wie etwa Kopfschmerzen oder Juckreiz zum Einsatz (1).

Definition und Herkunft

Ayurvedische MassageDie Shiroabhyanga ist eine Teilkörpermassage aus dem Ayurveda, einem indischen Heilverfahren. Sie befasst sich mit dem Bereich des behaarten Kopfes, ist allerdings auch mit der Gesichtsmassage (Mukabhyanga) eng verbunden.

Als ayurvedische Massage ist auch die Shiroabhyanga eine Massagetherapie mit reichlich Ölgebrauch.

Gemäß der Philosophie des Ayurveda spielt die Konstitution eine Rolle. Die Art der Massage und die Ölzusammensetzung werden auf die drei Typen Kapha, Pitta und Vata abgestimmt.

Verwendung der Shiroabhyanga

Die Shiroabhyanga hat ihr Wirkspektrum vor allem im Kopfbereich und den dort liegenden Sinnen. Durch die zusätzliche Stimulation von Marmapunkten (Energiepunkten), kann eine umfassende Behandlung stattfinden, welche sogar die Ganzkörpermassage ersetzt.

Nutzen und Verwendung

Massageöl im AyurvedaMit der Shiroabhyanga kann der Therapeut diverse Einflüsse auf geistiger und seelischer Ebene nehmen. Die Massage kann das Bewusstsein stärken und einen klaren und wachen Geist fördern. Somit hat sie direkten Einfluss auf die Stimmung und Gefühlswelt. Damit hat sie einen zusätzlichen Nutzen in der Psychotherapie. (1)

Durch die Marmapunkte am Kopf kommt es ferner zu einer Stimulation der Hypophyse und des Hypothalamus. Dadurch können Hormondrüsen und allgemein die Sinnesorgane beeinflusst werden. Ferner kann sie bei

  • Haarausfall
  • frühem Ergrauen
  • Schuppen und Juckreiz
  • Kopfschmerzen und Migräne
  • Stauungen in den Nebenhöhlen

helfen. (1)

Eigenschaften der Öle

KräuterölBei der Shiroabhyanga wird prinzipiell ein kühlendes Öl aufgetragen. Geeignet ist etwa Kokosöl, welches für alle Konstitutionstypen gleichermaßen genutzt werden kann. Weiterhin gibt es spezielle Kräuteröle (Taila) für die drei Typen oder mit speziellen Eigenschaften für die Haare.

Üblicherweile helfen die Kopf- und Haaröle gegen Haarausfall, können die Nerven ausgleichen oder den Schlaf fördern. (1)

Auch Aromaöle sind geeignet für die Shiroabhyanga. Hier verwendet der Ayurveda etwa Rosenöl für Pitta, Teebaumöl für Kapha oder Jasminöl für Vata. Diese Öle sind prinzipiell auch für die Gesichtsmassage geeignet. (2)

Massageablauf als Therapiebeispiel

MukabhyangaDie Shiroabhyanga wird in der Ayurveda-Therapie nicht als reine Kopfmassage durchgeführt. Der Massageablauf umfasst auch die Behandlung von Nacken, Schultern und Ohren.

Zunächst wird der Klient an der Muskulatur von Schultern und Nacken gelockert. Anschließend werden die Ohrmuscheln mit Öl massiert und dann kann die eigentliche Massage des Kopfes beginnen.

Das passende Öl wird zunächst auf den Marmapunkt am Kopf aufgetragen und einmassiert. Anschließend folgen Streichbewegungen über den gesamten Kopfbereich. Am Ende wird am Scheitel ein Kräuterpulver aufgetragen, welches das überschüssige Öl wieder etwas aufnimmt.


Quellenverzeichnis

  1. Neuhäusser, Natalie (2006): Ayurvedische Massagen – Handbuch der Öl- und Massageanwendungen des Ayurveda, Lumière Verlag, Waiblingen, S.153-154.
  2. Neuhäusser, Natalie (2006): Ayurvedische Massagen – Handbuch der Öl- und Massageanwendungen des Ayurveda, Lumière Verlag, Waiblingen, S. 155.
MZ

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