Dammriss: Einreißen des Gewebes zwischen Anus und Geschlechtsteile

Damm
Muskeln des Damms bei einer Frau (Bild Gray’s Anatomie)

Der Dammriss bezeichnet das Einreißen des Gewebes zwischen Anus und äußerer Geschlechtsteile. Der Dammriss kommt häufig bei der Geburt vor. Der Kopf, teilweise auch die Schultern, des Neugeborenen denen das Gewebe so sehr auf, dass es unter der Belastung reißt. Der Riss startet meistens in der Nähe des Scheideneingangs – der schwächsten Stelle im Damm – und zieht sich dann in Richtung Anus fort. (1)

Vorsorge

Verschiedene Maßnahmen können den Damm auf die Geburt eines Kindes vorbereiten.

DammmassageMit Hilfe der Dammmassage während der Schwangerschaft soll das Gewebe lockerer werden, um die starke Dehnung während der Geburt besser verkraften zu können. Die Dammmassage wird ca. 6 Wochen vor der Geburt begonnen. Der Damm wird sowohl äußerlich als auch innerlich (über die Scheide) massiert.

Während der Geburt werden von einigen Hebammen warme Kompressen verwendet, um die Dehnfähigkeit des Dammgewebes zu erhöhen. (1)

Die Verwendung eines Geburtsgels vermindert die Reibungskraft im Geburtskanal. Es kann die Geburt deutlich verkürzen und die Wahrscheinlichkeit eines Dammrisses senken. Geburtsgel wird seit 2008 in der Humanmedizin verwendet. Es kann bei jeder vaginalen Geburt – auch bei Wassergeburten – verwendet werden. (1)

Schweregrade beim Dammriss

DammmassageWährend der Geburt wird das Einreißen des Dammes kaum wahrgenommen, denn der Dammriss erfolgt meist während einer Wehe. In der Zeit nach der Geburt kann es zu Schmerzen beim Sitzen, Laufen, beim Stuhlgang und sportlicher Aktivität kommen. In seltenen Fällen leiden Frauen dauerhaft unter Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, als Folge eines Dammrisses (Dyspareunie). (1)

Je nach Ausprägung bzw. Schwere eines Dammrisses wird nach 4 Stufen unterschieden. Die Stufe I hat die geringste Schwere, die IV die höchste.

  • Dammriss I. Grades: Die Haut und das Unterhautgewebe werden verletzt. Die  Dammmuskulatur bleibt verschont.
  • Damriss II. Grades: Die Dammmuskulatur reißt bis maximal an den äußeren Afterschließmuskel heran.
  • Dammriss III. Grades: Auch der äußere Afterschließmuskel reißt.
  • Dammriss IV. Grades: Zusätzlich reißen auch die Schleimhaut des Rektums. (1)

Ärztliche Versorgung und Heilung

Direkt nacht der Geburt wird gewöhnlich eine Lokalanästhesie gesetzt, um weitere Schmerzen zu vermeiden. (1)

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Dammrisse I. Grades und oft auch II. Grades können nach einer ärztlichen Kontrolle meist ohne Naht verheilen. (1)

Dammrisse III. und IV. Grades müssen ärztlich versorgt werden, um die Auswirkungen auf die Kontinenz zu vermeiden. Zur Sicherstellung der funktionellen Lage des Gewebes werden tiefe Risse schichtweise vernäht. (1)

In der Regel verheilen Dammrisse gut. Entzündungen und daraus folgende Sekundärheilungen sind bei ausreichender Hygiene selten. (1)


Quellenverzeichnis

  1. Wikipedia.org: Dammriss, abgerufen am 03.07.2012.

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MH

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